Wissenswertes

Die Lutherbibel

Wenige Menschen haben die Geschichte des christlichen Glaubens in der Neuzeit so nachhaltig geprägt wie Martin Luther. Starker Glaube, Originalität, Konsequenz und Menschlichkeit zeichnen sowohl den Menschen Luther als auch sein Werk aus und prägen den Geist seiner Reformation. Der Glaube ist gleichsam das Leitmotiv, das Luthers Leben durchzieht: Von dem Erlebnis der Bewahrung im Gewitter über die Auseinandersetzungen mit seiner Kirche und der weltlichen Glauben und seiner Quelle - dem barmherzigen Gott - legt auch Luthers Bibelübersetzung vom ersten bis zum letzten Buch Zeugnis ab. Im Jahr 1534 vollendete Luther sein Werk.

Für Luther ist die ganze Bibel wahrhaft "Evangelium" im eigentlichen Sinn des Wortes: Gute Botschaft von Jesus Christus, "der mit der Sünde, Tod und Teufel gestritten und überwunden hat, und damit alle die, welche in Sünden gefangen, mit dem Tode geplagt, vom Teufel überwältigt gewesen, ohne ihr Verdienst erlöst, gerecht, lebendig und selig gemacht hat."

Luthers Übersetzung der Bibel in eine Sprache, die "die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gasse, der gemeine Mann auf dem Markt" verstehen können, kam einer Revolution der Bibelrezeption gleich. Denn dadurch wurde jeder Mensch prinzipiell in die Lage versetzt, ohne Vermittlung durch kirchliche Instanzen seinen eigenen Zugang zu Gott zu finden - allein durch das Studium der Heiligen Schrift. In der Tradition Luthers hat seine Übersetzung seither mehrere sorgfältige Anpassungen an die gewandelte Gegenwartssprache und neuere theologische Erkenntnisse erfahren ("Revisionen"). Konsequent dem Geiste Luthers verpflichtet, bewahren sie dessen Aktualität und sorgen dafür, dass die Lutherbibel bis heute das "Original" unter den Bibeln bleibt. Die Deutsche Bibelgesellschaft gibt die Lutherbibel im Namen der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) heraus.